Erhard-Bräunig-Preis für bürgerschaftliches Engagement wird erneut verliehen

Petra Haase vom Kulturkreis Carlow erhält 5.000 Euro

Bürgerstiftung der Volks- und Raiffeisenbank eG

Der mit 5.000 Euro dotierte Erhard-Bräunig-Preis für bürgerschaftliches Engagement ist eine der am höchsten dotierten Auszeichnungen dieser Art in Mecklenburg-Vorpommern. Mit seinem typischen Spruch: "Mensch, da müssen wir etwas machen" rief Erhard Bräunig (1945 – 2015) immer wieder zum aktiven Handeln auf. Sein bürgerschaftliches Engagement für die Menschen im Nordwesten Mecklenburgs war beispielhaft. Ihm zu Ehren lobte die Bürgerstiftung der Volks- und Raiffeisenbank eG erneut den „Erhard-Bräunig-Preis für bürgerschaftliches Engagement“ aus.

„Wir unterstützen gern ehrenamtliche Initiativen zu Gunsten der hier lebenden Menschen und wollen dauerhaft „Hilfe zur Selbsthilfe“ leisten.“, so Uwe Gutzmann, Kuratoriumsvorsitzender der Bürgerstiftung anlässlich der Verleihung des Erhard-Bräunig-Preises 2018. Uwe Gutzmann und Erhard Bräunig hatten die Idee einer regionalen Bürgerstiftung von Beginn an verfolgt.

Der Erhard-Bräunig-Preis würdigt vorbildliches, bürgerschaftliches Engagement einer oder mehrerer Personen, Initiativen oder eines Vereins. Es wird die Vorbildwirkung ausgezeichnet. Unter bürgerschaftlichem Engagement wird das freiwillige, nicht allein auf finanzielle Vorteile gerichtete und das Gemeinwohl fördernde Engagement verstanden. Gesucht werden Menschen, die Ihre Geschicke selbst in die Hand nehmen und Initiative entwickeln. Schwerpunkt kann das gesellschaftliche, soziale, kulturelle oder sportliche Engagement sein. Demokratie und Toleranz sind für die Preisträger eine Selbstverständlichkeit.

Dieter Heidenreich, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung der Volks- und Raiffeisenbank eG hebt das Besondere am Erhard-Bräunig-Preis hervor: „Um diesen Preis kann man sich nicht bewerben. Die Nominierung erfolgt durch einen Vorschlag, über den eine namhafte Jury entscheidet. Die Nominierten wussten also nichts.“ Durch das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro werden die ausgezeichneten Personen, Initiativen oder Vereine bei der Gestaltung Ihrer Arbeit unterstützt. Für das Jahr 2018 lagen 11 Nominierungen vor.

„Die Aufgabe für die Jury ist nicht leicht“,, so Uwe Gutzmann. „Wer soll mit dem Erhard-Bräunig-Preis geehrt werden? Wem gibt man nun den Vorzug – wen lässt man weg? So ist die Preisvergabe an eine einzige Initiative vor allem eines nicht: Sie ist keine Bewertung des vielfältigen bürgerschaftlichen Engagements in Mecklenburg-Vorpommern. Die Preisvergabe ist nur eine Hervorhebung eines Beispiels unter Vielen.“, konstatiert Uwe Gutzmann.

Preisverleihung

Die Preisverleihung des Erhard-Bräunig-Preises für gesellschaftliches Engagement 2018 nimmt der Laudator Frank Junge, Mitglied des Deutschen Bundestages sowie Mitglied des Landesvorstandes der SPD Mecklenburg-Vorpommern, vor.

Die Jury des Erhard-Bräunig-Preises

1. Landkreis Nordwestmecklenburg (Kerstin Weiss, Landrätin)
2. Landkreis Rostock (Sebastian Constien, Landrat)
3. Familie Bräunig (Susanne Bräunig, Vertreterin der Familie)
4. Ostsee-Zeitung, Rostock (Andreas Ebel, Chefredakteur)
5. Schweriner Volkszeitung (Michael Seidel, Chefredakteur)
6.  Bürgerstiftung der Volks- und Raiffeisenbank eG (Uwe Gutzmann,     Kuratoriumsvorsitzender)
7.  Bürgerstiftung der Volks- und Raiffeisenbank eG (Dieter Heidenreich, Vorsitzender Stiftungsvorstand)

Künstlerische Preisgestaltung

Für künstlerische Gestaltung des Erhard-Bräunig-Preises wandte sich 2016 die Bürgerstiftung der Volks- und Raiffeisenbank eG aufgrund des ehrenamtlichen Engagements Erhard Bräunigs als Bürgermeister der Gemeinde Plüschow an das Mecklenburgische Künstlerhaus in Plüschow.

Der Plüschower Künstler Udo Rathke war von der Idee sehr angetan. „Es ist mir eine Ehre, diesem Preis eine Form zu geben. Mit Hardy haben wir uns gut verstanden. Den Aufbau des Künstlerhauses in Plüschow hat er seit Beginn an  begleitet und wirklich Vieles in seiner Zeit bewegt.“ Der Preis soll im Zusammen-hang mit bürgerschaftlichem Engagement stehen sowie etwas von dem Charakter der Person Erhard Bräunig zum Ausdruck bringen. „Deshalb habe ich nach Formen gesucht, die Energie, Bewegung und auch Geschwindigkeit assoziieren. Zudem sollte das Preisobjekt eine visuelle Anmutung zur Region haben, die Verwendung modernen Materials wie Acryl und Fotografie lag nahe, denn Erhard Bräunig war ein Mensch, der allen Neuen zugewandt war.“, beschrieb Udo Rathke seinen Entwurf.

Bisherige Preisträger des Erhard-Bräunig-Preises für gesellschaftliches Engagement

2016 | Joachim Schünemann und Hans-Heinrich Dreves für den Förderverein zur Erhaltung der Kirche Friedrichshagen e. V.

2017 | Bad Doberan hilft - Netzwerk für Flüchtlingshilfe; Mitinitiator: Hannes Roggelin, info@dbr-hilft.de

Die Jury meint

In was für einer Welt leben wir heute eigentlich? Das ist eine Frage, die vielfach gestellt wird in diesen Tagen und deren Beantwortung schwerfällt. Die einen meinen, dass es da draußen kalt geworden sei. Die anderen meinen mit großem Bedauern, dass die Welt nur noch auf dem Bildschirm des Smartphones stattfindet. Und wieder andere wissen überhaupt nicht mehr, an was sie glauben sollen, wenn plötzlich Vertrautes auf einmal fremd geworden ist.

Ja, wir leben in einer Welt der Veränderung. Orte verändern sich. Die Technik verändert sich. Die Technik verändert uns. Das kann man beklagen. Oder man kann die Ärmel hochkrempeln und wie Erhard Bräunig sagen: „Mensch, da müssen wir doch etwas machen!“

Die sprichwörtlichen „Ärmel hochgekrempelt“ haben engagierte Bürgerinnen und Bürger vor 10 Jahren in einem kleinen Dorf in Westmecklenburg. Sie gründeten ein Festkomitee, um die Feiern zum 850. Geburtstag des Ortes auszurichten. Nun gibt es diese Jubiläumsfeiern vielfach in unserem Lande. Doch in diesem Dorf ging man einen entscheidenden Schritt weiter: Aus dem Festkomitee entwickelte sich ein Kulturkreis, der regelmäßig Kultur organisiert. Und diesen Kulturkreis gibt es nun schon 10 Jahre.

Carlow heißt dieses Dorf. Es befindet sich im Westen des Landkreises Nordwestmecklenburg und dieses Carlow ist schöner geworden in den letzten 10 Jahren – nicht nur mit seinem Straßen und Häusern, sondern vor allem in den Herzen der Menschen. Inmitten einer dörflichen Idylle – einige würden es dörfliche Einsamkeit nennen – hat sich mit dem Kulturkreis Carlow eine Bürgerinitiative gegründet, die im besten Sinne Erhard Bräunigs das wichtige bürgerschaftliche Engagement leistet, dass unsere Dörfer lebenswerter macht.

In den vergangenen Jahren wurden unzählige Konzerte, Theaterstücke, Lesungen, Gourmet-Essen oder Vorträge veranstaltet. Carlow hat sich zum Geheimtipp entwickelt. Dabei geht es Menschen wie Petra Haase längst um mehr als nur um die reine Kultur: Es geht um Leidenschaft, Solidarität, Toleranz und darum, dass man in einem Dorf viel mehr erreichen kann. Nun wird Petra Haase wahrscheinlich sehr entschieden dem Eindruck entgegentreten, dass Sie ein Einzelakteur sei und dass der Kulturkreis Carlow doch ein Gemeinschaftswerk vieler engagierter Bürgerinnen und Bürger ist. Damit mag sie recht haben. Dennoch muss uns klar sein: Ohne Menschen wie Petra Haase gäbe es in Dörfern wie Carlow viel weniger Lebensqualität. Ohne Menschen wie Petra Haase gäbe es viel weniger Heimat. Und es ist gerade die Heimat, die so wichtig geworden ist – gerade in Zeiten der Veränderung.

Der Erhard-Bräunig-Preis für bürgerliches Engagement 2018 wird Frau Petra Haase für den Kulturkreis Carlow verliehen. Wir danken der Kirchgemeinde Carlow für die Kooperation bei der Preisverleihung.

Nominierung 2018

Regionalbereich Grevesmühlen-Gadebusch
Nominierte Person / Verein / Initiative Petra Haase
Kulturkreis Carlow
haase@kulturkreis-carlow.de
Was sagt der Absender, warum ist die Person/ Initiative preiswürdig? Der Kulturkreis Carlow ist seit 10 Jahren leidenschaftlich und engagiert dabei, für die Bewohner der Umgebung inmitten einer dörflichen Idylle ein lebendiges und vielfältiges Kulturleben zu gestalten. Die Veranstaltungen reichen vom Puppentheater über Lesungen, Vorträge, Gourmet-Essen bis zum Highlight „Rock an der Kirche“. Die Initiatoren zeigen eine klare Haltung zur Solidarität und gegen Fremdenfeindlichkeit. Die Veranstaltungen werden ehrenamtlich und ohne Gage organisiert und durchgeführt.

Kontakt / Informationen

Bürgerstiftung der Volks- und Raiffeisenbank eG
Mecklenburger Straße 12-16
23966 Wismar

Astrid Neith / Sven Schiffner aus dem Projektteam geben gern Auskunft:
Telefon-Nr.  03841 440-9405
E-Mail: buergerstiftung@vrbankmecklenburg.de

Mehr Informationen erhalten Sie online: www.vrbankmecklenburg.de/eb-preis

Facts

Ursprünglich startete die Bürgerstiftung mit 100.000 Euro Stiftungskapital. Seit ihrer Gründung (2005) unterstützten über 1.500 Bürger und Unternehmen aus den Regionen Wismar, Güstrow, Grevesmühlen/Gadebusch, Lübz, Sternberg und Doberan durch Spenden und Zustiftungen die Bürgerstiftung der Volks- und Raiffeisenbank eG. Prominente Mitglieder der Stifterversammlung sind u. a. der Bundespräsident a. D., Joachim Gauck, sowie der Ministerpräsident Schleswig-Holstein a. D., Björn Engholm.
Mittlerweile arbeitet in der Stiftung ein Kapitalstock von 645.000 Euro.

Seit ihrer Gründung 2005 förderte und unterstützte die Bürgerstiftung der Volks- und Raiffeisenbank eG 243 lokale Vorhaben mit insgesamt 212.960 € in der Region. Unter den zahlreichen Anträgen haben sich einige Vereine mehrfach, erfolgreich beworben.

Informationen sind über das Internet unter www.vrbankmecklenburg.de/buergerstiftung erhältlich.